Aufmerksamkeit für den ländlichen Raum: Landtag vor Ort in Bieberehren

06. November 2015 | Kommunalpolitik

SPD-Abgeordnete Halbleib und Wengert im Gespräch mit Kommunalpolitikern

Die beiden SPD-Landtagsabgeordneten Volkmar Halbleib und Dr. Paul Wengert besuchten Bieberehren. „Wir wollen etwas für unsere Kommunen tun“, so Wengert, „und deshalb wollen wir uns auch vor Ort umhören, wo der Schuh drückt“. Bürgermeister Engelbert Zobel und die Gemeinderäte Schindler und Vogel empfingen die beiden Landtagsabgeordneten im neu gebauten Bauhof der Gemeinde Bieberehren auf dem ehemaligen Bahnhofsgelände der Gaubahn. Im Gebäude wurden auch ein Sitzungszimmer und ein Büro für den Bürgermeister geschaffen. Der Bürgermeister stellte die Gemeinde, „die ein gut funktionierendes Vereinswesen habe, das er erhalten und fördern wolle“, vor. Er zeigte sich glücklich darüber, dass es noch einen Kindergarten gibt. Es gibt eine Bäckerei, einen Getränkemarkt und eine Metzgereifiliale sowie eine Gaststätte. Er überraschte Halbleib und Wengert mit den Zahlen zur finanziellen Situation. Vor allem die Pro-Kopf-Verschuldung sei mit rund 8 Euro je Einwohner extrem niedrig, die Rücklagen liegen bei 961.000 Euro. Volkmar Halbleib zeigte sich erfreut über die freie Finanzspanne, „die mit 174.000 Euro gut sei“. Hinzu komme die Investitionspauschale in Höhe von 154.000 Euro. Als Hauptproblem sieht Bürgermeister Zobel den Rückgang der Bevölkerungszahl an. Von 1012 Einwohnern im Jahr 2002, sei die Zahl auf 911 im Jahr 2014 gesunken, ein Rückgang von 10 Prozent. Ein weiteres Problem sei deshalb auch ein gewisser Leerstand. „Man stelle sich schon die Frage“, so Zobel, „was man tun kann, damit der Ort für jene, die bauen wollen oder leerstehende Häuser übernehmen wollen, attraktiv wird“. Es gebe keinen Lebensmittelmarkt, kein nennenswertes Gewerbe, das Arbeitsplätze bietet, keine Schule (Grundschule in Röttingen und Haupt- bzw. Mittelschule in Gaukönigshofen oder in Creglingen und Weikersheim) und beim ÖPNV die Taubertallinie Rothenburg – Weikersheim und nur einen Rufbus in Richtung Ochsenfurt. Eine direkte Verbindung nach Würzburg bestehe nicht.

Bürgermeister Zobel will im Rahmen einer Bürgerversammlung die Bürger fragen, wohin sich die Gemeinde weiter entwickeln soll. Bieberehren 2030 heißt dieses Projekt. Im Rahmen der ILEK (Integriertes ländliches Entwicklungskonzept) sei zudem ein Planungsbüro aus Schweinfurt beauftragt, Konzepte für eine Innenentwicklung zu erarbeiten. Er spricht an, dass in den nächsten Jahren die über 50 Jahre alten Siedlungsstraßen in Baugebieten saniert und die Anlieger zu Straßenausbaubeiträgen heran gezogen werden müssen. Ferner müssen Brücken saniert und im Rahmen der Flurbereinigung in den Gemarkungen Wege gebaut werden, wofür Zuwendungen der Gemeinde nötig werden. Vor allem für die Sanierung der alten Kanäle sind in den nächsten Jahren hohe Ausgaben vorgesehen, um die Mängel (z. B. Fremdwassereintritt) zu beheben.

Angesichts der vergleichsweise guten Finanzlage empfahl MdL Wengert „den Gürtel nicht so eng zu ziehen, nicht dass die Leute wegziehen“. Und Volkmar Halbleib fragt: „Welche Wünsche hat die Gemeinde an die Landespolitik“? Bürgermeister Zobel sagt: „Wir sind bodenständige Leute, wir kommen zurecht. Wir wünschen uns jedoch eine bessere Bezuschussung bei der Sanierung von Brücken und Gemeindeverbindungsstraßen sowie Unterstützung beim Kauf von Leerständen für Abbrucharbeiten und erhaltungswürdigen Mehraufwand. Diese Anreize könnten dazu führen, dass sich wieder mehr Bauwillige für das Dorfgebiet interessieren“.

2015 11 06 Ländlicher Raum Bei der Besichtigung des neuen Bauhofs in Bieberehren: Zweiter Bürgermeister Albert Vogel, MdL Dr. Paul Wengert, Gemeinderat Wilfried Schindler, Bürgermeister Engelbert Zobel, MdL Volkmar Halbleib.

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