Barrierefreier Ausbau des Bahnhofs Rottendorf

22. April 2015 | Inklusion

Georg Rosenthal und Volkmar Halbleib fordern ein Anschlussprogramm zum „Bayernpaket 2013-2018“

Die Staatsregierung hat sich bis 2023 ein „barrierefreies Bayern“ auf die Fahnen geschrieben. Beim Ausbau der Bahnhöfe in Unterfranken hat sich bisher jedoch wenig getan. Wie eine schriftliche Anfrage des SPD-Landtagsabgeordneten Georg Rosenthal ergeben hat, sind in den Landkreisen Würzburg und Main-Spessart die Bahngleise sämtlicher großer Bahnhöfe bis auf Weiteres nur umständlich über Treppen zu erreichen. Beide fordern ein Anschlussprogramm des Freistaats an das „Bayernpaket 2013-2018“ für ein barrierefreies Bayern.

Bei einem Ortstermin am Bahnhof Rottendorf überzeugten sich die beiden SPD-Landtagsabgeordneten Georg Rosenthal und Volkmar Halbleib gemeinsam mit dem SPD-Ortsverein Rottendorf von der Situation vor Ort.

„Das Schaulaufen für die Zeit nach 2018 hat schon begonnen“, betonte Rosenthal die Bedeutung, schon jetzt mit Nachdruck für einen barrierefreien Ausbau zu werben. „Es gilt nun, alle offenen Fragen grundsätzlich zu klären“, sagt der frühere Bürgermeister von Würzburg.

Im Fall des Rottendorfer Bahnhofs sind dies vor allem die vor einigen Jahren von der Deutschen Bahn auf stattliche 6,2 Millionen Euro geschätzten Kosten. Sie entstehen vor allem dadurch, dass, so die Einschätzung der Bahn, der Bahnsteig nicht ausreichend breit ist, um einen sicheren Abstand zu den Gleisen zu gewähren. Als einzigen geeigneten Ort für die nötigen Aufzüge hat die Bahn damals das nördliche Ende des Bahnsteigs ins Auge gefasst.

Nach Ansicht der beiden Landtagsabgeordneten und des Ortsvereins gilt es nun, die mehrere Jahre alten Ergebnisse nochmals zu überprüfen. Auch ist in Richtung Gewerbegebiet bereits nach den Plänen der Bahn eine Rollstuhlfahrerrampe für die Unterführung entstanden. Eine Treppe verhindert jedoch den ungehinderten Zugang zu den Gleisen. Eine Installation der Aufzüge an dieser Stelle würde eine deutlich günstigere Lösung ermöglichen, so die beiden SPD-Politiker.

Dass Rottendorf einen Bahnhof besitzt, der auch überregional von erheblicher Bedeutung ist, steht außer Frage: Mit deutlich mehr als 1000 Ein- und Aussteigern an der Schnittstelle zweier großer Bahnstrecken und mit dem benachbarten mehrere Tausend Arbeitsplätze starken Gewerbegebiet ist er vergleichbar mit den ebenfalls nicht barrierefreien Bahnhöfen in Ochsenfurt im Landkreis Würzburg sowie Gemünden, Karlstadt und Lohr im Landkreis Main-Spessart oder auch Kitzingen. Als Verkehrsdrehscheibe mit Anbindung an das Würzburger Hubland-Gelände dürfte die Bedeutung zukünftig sogar noch zunehmen.

Auch ist die Gemeinde in den vergangenen Jahren erheblich in Vorleistung gegangen: Nach 30 Jahren Kampf hat sie 2011 für etwa eine Million Euro eine Bahnunterführung errichtet und vor kurzem das alte Bahnhofsgebäude erworben. Noch für 2015 plant sie, am Bahnhof für etwa 400.000 Euro einen weiteren Park+Ride-Platz für 65 Pkws zu bauen.

Um den Gemeinden Spielräume zu eröffnen, halten es die beiden SPD-Politiker für dringend geboten, die nötigen Finanzmittel aufzustocken. Während beim Bund die Bereitschaft zu erkennen sei, halte sich der Freistaat hier jedoch bedeckt, bedauert SPD-Finanzexperte Volkmar Halbleib. Im Doppelhaushalt 2015/16 seien gerade einmal zusätzliche Finanzmittel von 20 Millionen Euro vorgesehen, begrenzt auf staatliche Bahnhofsgebäude. „Unverbindliche Vorplanungen genügen hier nicht“, stellt Halbleib fest. „Die Kommunen brauchen konkrete Zusagen, um die Maßnahmen auch realisieren zu können.“

Noch im Kommunalwahlkampf fiel Ministerpräsident Horst Seehofer bei einem Besuch in der Gemeinde die Zusage für einen barrierefreien Rottendorfer Bahnhof leicht, erinnert sich SPD-Ortsvorsitzender Detlef Wolf: „Seither hat sich zu diesem Thema jedoch nichts mehr getan.“

Die Sozialdemokraten wollen nicht locker lassen: Bereits am 27. April, 14.45 Uhr, hat sich mit Klaus-Dieter Josel der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn in Bayern zu einem Besuch am Würzburger Hauptbahnhof angekündigt. Auch Rottendorf wird dann wieder ein Thema sein.

Bild Barrierefreier Bahnhof: Detlef Wolf (Mitte) vom SPD-Ortsverein und die beiden Landtagsabgeordneten Georg Rosenthal (links) und Volkmar Halbleib (rechts) informierten sich über die Situation vor Ort.

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