Für ein Sterben in Würde

31. Juli 2015 | Gesundheitspolitik

Die SPD-Landtagsabgeordneten Georg Rosenthal und Volkmar Halbleib besuchten das Hospiz des Juliusspitals in Würzburg - Rosenthal: Eine gute medizinische Versorgung am Lebensende ermöglicht Kranken, in Würde zu sterben

Ein wichtiger Schritt für eine bessere Versorgung sterbenskranker Menschen ist geschafft: Der Aufbau eines flächendeckenden Systems mit stationären Hospizen ist in den letzten Jahren gut vorangeschritten. Ein Vorreiter für die Versorgung von unheilbar kranken Menschen ist die Stiftung Juliusspital, die seit Sommer 2013 in der Würzburger Sanderau ein Hospiz betreibt. Dort begleiten spezialisierte Pflegekräfte, Seelsorger und Palliativmediziner die Patienten auf ihrem letzten Lebensweg.

„Eine kompetente medizinische Versorgung, die den Menschen auch an seinem Lebensende als selbstbestimmtes und autonomes Wesen betrachtet, ist die Voraussetzung für ein Sterben in Würde“, stellte der SPD-Landtagsabgeordnete Georg Rosenthal bei einem Rundgang durch die Einrichtung mit seinem Fraktionskollegen Volkmar Halbleib fest. Beide lobten die Arbeit in dem Hospiz mit zehn Betten als mustergültig. Dabei war es nicht ganz einfach gewesen, die Bedenken gegen das 4,5-Millionen-Euro-Projekt zu zerstreuen, erinnert sich Rosenthal an die Zeit als Oberbürgermeister. Dennoch ist er nach wie vor davon überzeugt, dass die Wahl eines Standorts in der Innenstadt richtig war: „Der Tod wird in unserer Gesellschaft allzu oft beiseite geschoben und tabuisiert.“

Nach etwas mehr als zwei Jahren ziehen Oberpflegamtsdirektor Walter Herberth, der Leiter der Stiftung Juliusspital, und Hospiz-Leiterin Sibylla Baumann eine positive Bilanz: Mit dem Hospiz hat das Juliusspital das bereits seit 2001 in der Palliativstation des Krankenhauses vorhandene Angebot für die Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen ergänzt. Befürchtungen, dass die Anwohner ein Haus des Sterbens nicht akzeptieren, haben sich nicht bewahrheitet. „Wir stehen in gutem und engem Kontakt mit den Nachbarn“, erzählte Baumann. „Manche bieten sogar ihre Hilfe an.“

Für Walter Herberth ist der bisher erreichte Stand beim Aufbau des Hospizwesens jedoch nur ein erster Schritt: Der Bedarfsberechnung liege ein weitgehend willkürlich festgelegter Schlüssel zugrunde. Auf 60.000 Menschen, also eine Stadt von der Größe Aschaffenburgs oder Schweinfurts, kommt gerade einmal ein einziges Bett. Für Unterfranken sind damit 22 Betten zulässig. Davon sind vier noch immer nicht umgesetzt. Das Problem: Der Gesetzgeber hat, um ein Hospiz wirtschaftlich zu betreiben, als Mindestzahl acht Betten vorgeschrieben.

Auch sind stationäre Hospize angehalten, mindestens zehn Prozent der Betriebskosten selbst aufzubringen. Private Spenden sind hierfür wie bei der Errichtung des Gebäudes vor zwei Jahren nach wie vor unentbehrlich. Um die hohe Qualität in der Versorgung sicherzustellen, engagieren sich im Hospiz des Juliusspitals zudem zahlreiche ehrenamtliche Helfer. „Die Hospizhelfer des Hospizvereins Würzburg und des Malteser Hilfsdienstes leisten eine hingebungsvolle und unverzichtbare Arbeit, die unseren ganzen Dank verdient“, betonten die beiden SPD-Landtagsabgeordneten.

2015 07 31 Hospiz Oberpflegamtsdirektor Walter Herberth, Leiter der Stiftung Juliusspital, Georg Rosenthal, MdL, Hospiz-Leiterin Sibylla Baumann und Volkmar Halbleib, MdL, vor dem Hospiz des Juliusspitals in der Friedrich-Spee-Straße in Würzburg

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