0,42 Millionen Euro von der Landesstiftung für 19 Projekte in Mainfranken

Würzburg

10. Juli 2019

In seiner Sitzung am Mittwoch (10. Juli) hat der Stiftungsrat der Bayerischen Landesstiftung, dem ich seit 2013 angehöre, die Förderung für mehrere kulturelle und soziale Projekte in der Region Mainfranken beschlossen. Insgesamt werden 415.180 Euro ausgeschüttet.

In Würzburg profitiert das Haus Antonia Werr von den Beschlüssen. 236.000 Euro aus der Stiftung erhält die Kongregation der Dienerinnen der Hl. Kindheit Jesu OSF für das 4,2 Millionen-Euro Projekt.

Die Sanierung des siebenstöckigen Stahlbetonbaus sei unbedingt förderwürdig, so der Stiftungsrat. Das breit gefächerte, frauenspezifische Wohn- und Begleitungsangebot der Einrichtung sei einmalig in Bayern fachlich höchst qualifiziert. Das Antonia Werr Haus, gebaut in den 1970er Jahren, ist seitdem Anlaufstelle für Frauen, die in soziale, familiäre oder psychische Notlage geraten sind. Die Angebotspalette umfasst vorübergehende Wohnangebote, ambulant betreutes Wohnen, Kurzzeitübernachtungen, die Notschlafstelle „sleep in“ für junge Frauen ab 17 Jahren, sozialtherapeutische Wohngruppen, Unterkunft für Asylbewerberinnen sowie ambulant Betreutes Wohnen für Frauen nach der Haft. Wegen dieser Vielseitigkeit unterstütze auch das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales den Antrag auf Fördermittel der Landesstiftung.

Landkreis Schweinfurt

20.000 Euro bewilligte der Stiftungsrat für die Förderung des Obbacher Schlosses in Euerbach.

Erbaut wurde die zweiflügelige Schlossanlage für die Freiherren von Bobenhausen in den Jahre 1692 bis 1697. Der dreigeschossige Westflügel im Stil Balthasar Neumanns entstand 1746/47. Das auf dem Hang thronende Schloss und die direkt benachbarte Pfarrkirche prägen das Ortsbild maßgeblich, ein Grund für die Förderbereitschaft der Stiftung. Im leerstehenden Westflügel soll in den kommenden Jahren ein Tagungszentrum entstehen. Im dritten Bauabschnitt sollen die 134 Fenster des Schlosses restauriert werden.

Neben der Landesstiftung beteiligen sich auch das Landesamt für Denkmalpflege, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Landkreis und Bezirk an den Kosten von rund einer Viertelmillionen Euro.

Landkreise Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld

Ebenfalls beschlossen wurde die Förderung mehrerer Projekte in den Landkreisen Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld. Insgesamt werden dort 84.650 Euro ausgeschüttet, mehrheitlich an private Antragssteller.

In Bad Kissingen erhält ein Bauherr 36.500 Euro für Sanierung und Umbau eines Anwesens in der Salinenstraße. Der ortsbildprägenden Kurvilla wird überregionale Bedeutung beigemessen. Im Zuge der Sanierung sollen die Klinkerfassaden denkmalgerecht instandgesetzt werden. Auch in Münnerstadt profitiert ein privater Bauherr von Fördermitteln. 9000 Euro bewilligte die Landesstiftung für die Instandsetzung des im Kern mittelalterlichen Giebelhauses am Marktplatz. 3300 Euro sowie 3000 Euro fließen hingegen nach Aura an der Saale für die Fassaden- und Fachwerksanierung sowie den Fensteraustausch des ehemaligen Benediktinerklosters an der Burg.

25.000 Euro Zuschuss bewilligt die Landesstiftung der Stadt Bad Neustadt an der Saale für die Außensanierung des Rathauses. Gefördert wird die Natursteinrestaurierung und das Erneuern der historischen Fenster außerdem vom Landesamt für Denkmalpflege, Landkreis und Bezirk Unterfranken. Insgesamt sind Kosten in Höhe von 364.000 Euro veranschlagt. Mit 5.500 Euro fördert die Stiftung für Notsicherung und Instandsetzung eines Scheunendaches in Wechterswinkel, Gemeinde Bastheim (Lkr. Rhön-Grabfeld). Mit 2.350 Euro wird die Sanierung und Instandsetzung eines Nebengebäudes in der Eßfelder Straße in Untereßfeld unterstützt.

Landkreis Kitzingen

Bewilligt hat der Stiftungsrat auch den Antrag der Stadt Iphofen auf Förderung der anstehenden Sanierung der Stadtmauert, so Halbleib.

Aktuell wird ein Privatgebäude, das im Süden an die Stadtbefestigung angrenzt, instandgesetzt. Deswegen will die Stadt Iphofen den zugehörigen Teil der Stadtmauer ebenfalls sanieren. An dieser Stelle im östlichen Abschnitt ist die Mauer noch in ihrer historischen Höhe von acht Metern samt Zinnen erhalten. Der betroffene Abschnitt ist 24 Meter lang. Die Befestigungsanlage umschließt seit dem 13. Jahrhundert die Kernstadt Iphofen und wurde Ende des 14. Jahrhunderts um einen zweiten Mauerring im Südwesten erweitert.

Die Landesstiftung fördert diese Maßnahme mit 19.000 Euro. Die Gesamtkosten betragen 212.116 Euro. Die weiteren Kosten sollen durch Zuschüsse aus anderen Töpfen getragen werden.

Landkreis Haßberge

Die Förderung diverser kultureller Projekte im Landkreis Haßberge mit Geldern in Höhe von 55.530 Euro hat der Stiftungsrat außerdem beschlossen.

Gefördert wird dadurch die Instandsetzung der Fassaden diverser Baudenkmäler im Landkreis Haßberge. Im Einzelnen gibt es 13.400 Euro für das Rathaus in Königsberg, für ein Zierfachwerkhaus in der Eduard-Lingel-Straße 7.700 Euro und für ein barockes Anwesen in der Marienstraße 1.140 Euro von der Landesstiftung. Mit 4.650 Euro wird die Fassadensanierung eines historischen Bauernhofs im Ortsteil Buch der Gemeinde Theres unterstützt.   Jeweils 7.500 Euro können in Rügheim, einem Ortsteil der Gemeinde Hofheim, aus den Landesfördermitteln genutzt werden, um ein Scheunengebäude sowie eine Unterstellhalle samt Hoftoranlage zu sanieren. Weitere 1.210 Euro kommen einem Projekt am Kaulberg in Haßfurt zugute. Der ältere Kern des ehemaligen Bauernhauses beinhaltet unter anderem Natursteine aus dem Jahr 1600.

Mit 3.230 Euro fördert der Stiftungsrat ein Projekt im Ortsteil Memmelsdorf der Gemeinde Untermerzbach. Dort soll die ortsprägende Giebelwand eines Anwesens in der Hauptstraße instandgesetzt werden. Die Sanierungsmaßnahmen an einer historischen Mühle im Ortsteil Hemmendorf der Gemeinde Untermerzbach werden mit 1.700 Euro unterstützt. Weitere 7.500 Euro bewilligte der Rat für Restaurierung eines Wohnstallhauses in Rügheim.

Mehr Anträge stellen

All diese Beispiele zeigen: Es lohnt sich immer, Anträge an die Landesstiftung zu stellen. Ich möchte Kommunen, Privateigentümer, Organisationen und Einrichtungen ermutigen, dies noch viel öfter zu tun, damit in Zukunft noch mehr Fördermittel an soziale und kulturelle Projekte in der Region fließen können.

Antrag stellen: So geht's

Auf der Internetseite der Landesstiftung finden sich neben den Förder- und Preisvergaberichtlinien auch Antragsformulare und Vordrucke für den Verwendungsnachweise zum Download. Antragswillige können sich bei Fragen auch jederzeit an mein Bürgerbüro wenden.

Teilen