Zu wenig Zeit für zu viele Aufgaben im Kindergarten

Astrid Glos und Volkmar Halbleib (von links) lesen den Vorschulkindern etwas vor. Monika Maier (rechts) informierte die beiden Politiker über die Sorgen und Nöte der Fachkräfte in der Kinderbetreuung.

08. März 2018

Volkmar Halbleib informierte sich im Haus für Kinder St. Elisabeth (Kitzingen) über Probleme und Herausforderungen des Erzieherinnenalltags und lud Leiterin Monika Maier ein, beim Erzieherinnenempfang in München Anregungen und Kritik zu äußern.

KITZINGEN An einem sonnigen Tag beginnt der Hase ein Loch zu graben. Er will sich darin schützen, wenn es regnet. Unbeirrt buddelt das Langohr weiter, auch wenn jedes Tier in seiner Umgebung einen anderen, aus seiner Sicht triftigen Grund findet, warum Blödsinn ist, was er tut. Der Hase gräbt wortlos, während alle anderen reden. Als die ersten Tropfen fallen, bleibt er trocken. Alle anderen nicht.

Die Geschichte vom vorausdenkenden und handelnden Hasen gefiel den Vorschulkindern im Haus für Kinder St. Elisabeth in Kitzingen. Dem Landtagsabgeordneten Volkmar Halbleib, der sie ihnen vorlas, gefiel wiederum, wie viel Tiere die Kinder kannten und wie aufmerksam sie ihm zuhörten. Angesichts der vielen, unterschiedlichen Herkunftsländer der Fünf- und Sechsjährigen zeigt das, wie gut ihnen die Betreuung im Haus der Kinder tut, wie wichtig hierbei aber auch – wie bei dem kleinen Hasen - Beharrlichkeit und Durchhaltevermögen des Personals beim Bewältigen der Aufgaben ist, die sich ihnen täglich stellen.

"Unsere Kinder sind das Wertvollste, was wir haben." (Volkmar Halbleib)

Monika Maier vermittelte bei der vierstündigen Hospitation dem Abgeordneten und seiner Parteikollegin, Kreisrätin und Bezirkstagskandidatin Astrid Glos, eindrucksvoll, wie sich diese Aufgaben und die Anforderungen an das pädagogische Personal in den letzten Jahren immer weiter vermehrten – die notwendigen Ressourcen an Personal und Zeit allerdings kaum. Um im Bild zu bleiben: Es steht zu befürchten, dass die Klein- und Kindergartenkinderbetreuung in Bayern bald auch im Regen steht, weil die Verantwortlichen nicht rechtzeitig gegengesteuert haben.

Schwachstellen im Förderprogramm und stetig steigende Ansprüche ans Personal

Die drängendsten Probleme hat Maier, die in Kitzingen mit anderen Kolleginnen gut vernetzt ist, auf Einladung von Halbleib jetzt direkt nach München getragen. Beim Erzieherinnen-Empfang der SPD Landtagsfraktion suchte sie Unterstützung für dringend notwenige Änderungen und Verbesserungen. Im Einzelnen sprach Maier die Überlastung des Kinderbetreuungspersonals ebenso an wie die zu geringe Bezahlung, das ständig steigende Aufgabenspektrum und den daraus resultierenden Mangel an Menschen, die überhaupt bereit sind, in diesem Bereich zu arbeiten. Kritische Worte fand die Fachfrau außerdem zu den Schwachstellen des Nachfolgeprogramms zur Sprachförderung im Kindergarten, zu unnötigen bürokratischen Hürden oder mangelhafter Unterstützung bei neuen Aufgaben wie Digitalisierung, Integration oder immer weiter ausufernder Elternarbeit, aber auch zu Trägerfragen.

Wie der Hase in der Geschichte wollen Beide, Halbleib und die Kindergartenleiterin, unbeirrt am Ball bleiben und für Verbesserungen kämpfen. „Unsere Kinder sind das Wertvollste, was wir haben. Schon allein deshalb hat die Qualität der frühkindlichen Betreuung für uns einen sehr hohen Stellenwert“, bestätigt der Abgeordnete.