Zustand der Staatsstraßen in der Region

**Halbleib: Mehr Investitionen für Infrastruktur statt „Hyperloop“-Ankündigung **

Fast 40 Prozent des insgesamt 1.780,7 Kilometer langen Staatsstraßennetzes in Unterfranken sind sanierungsbedürftig, immerhin genau 700 Kilometer. Das hat die aktuelle Antwort der Staatsregierung auf eine Anfrage der SPD-Landtagsfraktion ergeben, wie der SPD-Landtagsabgeordnete Volkmar Halbleib mitteilte: „Es ist wirklich ärgerlich, dass die CSU und Söder einen Hyperloop, also ein Hochgeschwindigkeits-Transportsystem ankündigen, statt den Zustand der Staatsstraßen endlich zu bessern.

Bei einem durchschnittliche Kostenaufwand für die Sanierung von einem Kilometer Staatsstraße von rund 190.000 Euro, besteht für Unterfranken ein Bedarf von rund 133 Millionen Euro, um die Straßen endlich in Ordnung zu bringen. Für Jahr 2018 umfasst das „Koordinierte Erhaltungs- und Bauprogramm“ für die Staatsstraßen in Unterfranken aber lediglich 103 Einzelprojekte mit einem Gesamtkostenvolumen von rund 17 Millionen Euro.

„Das ist nicht nur eine versteckte Staatsverschuldung, weil jetzt notwendige Investitionen in die Zukunft verschoben werden“, kritisiert der Abgeordnete, „sondern hier erhöht man auch das Risiko für die Verkehrssicherheit.“

Zu den Spitzenreitern mit dem größten Sanierungsbedarf gehören die Landkreise Kitzingen, Aschaffenburg, Miltenberg und Würzburg. Im Landkreis Kitzingen sind über die Hälfte, nämlich 51,95 Prozent der 193,2 Kilometer Staatsstraßen sanierungsbedürftig, insgesamt 84,0 Kilometer. Nur wenig besser ist die Situation im Landkreis Miltenberg. Hier sind 48,03 Prozent der 129,5 Kilometer Staatsstraßen sanierungsbedürftig, insgesamt also 67,3 Kilometer. Exakt genauso schlecht ist die Lage im Landkreis Aschaffenburg: Dort sind ebenfalls 48,03 Prozent der 168,0 Kilometer sanierungsbedürftig, insgesamt 80,7 Kilometer. Im Landkreis Würzburg sind immerhin noch 43,08 Prozent der 182,3 Kilometer Staatsstraßen sanierungsbedürftig, also 78,6 Kilometer.

Für die weiteren Plätze ergibt sich folgende Rangfolge der Gebietskörperschaften: • In der Stadt Würzburg sind 40,12 Prozent der 4,7 Kilometer Staatsstraßen sanierungsbedürftig, insgesamt 1,9 Kilometer

• In der Stadt Aschaffenburg sind 39,29 Prozent der 4,6 Kilometer Staatsstraßen sanierungsbedürftig, insgesamt 1,8 Kilometer.

• Im Landkreis Main-Spessart sind 39,76 Prozent der 260,5 Kilometer Staatsstraßen sanierungsbedürftig, insgesamt 103,6 Kilometer.

• Im Landkreis Bad Kissingen sind 36,29 Prozent der 183,6 Kilometer Staatsstraßen sanierungsbedürftig, insgesamt 66,6 Kilometer.

• Im Landkreis Haßberge sind 34,94 Prozent der 226,4 Kilometer Staatsstraßen sanierungsbedürftig, insgesamt 79,1 Kilometer.

• Im Landkreis Rhön-Grabfeld sind 32,48 Prozent der 245,5 Kilometer Staatsstraßen sanierungsbedürftig, insgesamt 79,7 Kilometer.

• Im Landkreis Schweinfurt sind 31,25 Prozent der 179,5 Kilometer Staatsstraßen sanierungsbedürftig, insgesamt 56,1 Kilometer.

Bessere Werte gibt nach Halbleibs Einschätzung nur bei Staatsstraßen in der Stadt Schweinfurt, was den Abgeordneten wenig wundert: Gibt es doch dort nur 2,8 Kilometer Staatsstraßen, von denen 21,43 Prozent sanierungsbedürftig sind, insgesamt 0,6 Kilometer.