„Angebot der umfassenden Beratung des Freistaates, um Kitzinger Museum mit neuen Perspektiven fortzusetzen gilt nach wie vor!“

13. Juli 2020

Staatsregierung antwortet auf Landtagsanfrage: „Seit 2015 hatte Kitzingen keinen Kontakt zur Landesstelle für nichtstaatliche Museen.“

SPD-MdL Volkmar Halbleib: „Alle Chancen zum Erhalt nochmal prüfen!“

Mehr über die Hintergründe zur Schließung des städtischen Museums in Kitzingen wollte der SPD-Landtagsabgeordnete Volkmar Halbleib von der Staatsregierung wissen. In der Antwort auf seine Anfrage zum Plenum teilte das Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst mit, „die Landesstelle für nichtstaatliche Museen wurde letztmals in Jahr 2015 seitens der Stadt Kitzingen (…) kontaktiert.“ Mit Blick auf die Schließung im Jahr 2018 sei ebenfalls keine Kontaktaufnahme mit staatlichen Stellen erfolgt. Selbst auf ein ausdrückliches Unterstützungsangebot der Landesstelle habe die Stadt nicht reagiert, so das Wissenschaftsministerium. Wörtlich heißt es in der Antwort an den Abgeordneten: „Nach Bekanntwerden der Schließung im Jahr 2018 hat die Landesstelle ihrerseits den damaligen Oberbürgermeister der Stadt mit der Bitte angeschrieben, die Pläne der Stadt bezüglich des Museums zu erläutern und ihre Unterstützung angeboten. Zu einem Gespräch oder einem anderen Austausch ist es in der Folge jedoch nicht gekommen, da seitens der Stadt Kitzingen keine Reaktionen erfolgten. Auch nach einem Amtswechsel konnte kein Austausch mit dem neuen Oberbürgermeister hergestellt werden.“

Das Wissenschaftsministerium verweist in seiner Antwort an Halbleib auf die Möglichkeiten der Unterstützung von Kommunen durch die Landesstelle, insbesondere bei der „Beratung zur Überarbeitung der Konzeption von Museen, einschließlich der finanziellen Unterstützung von Machbarkeitsstudien und der Information über staatliche und sonstige Fördermöglichkeiten, sowie der Erstellung von Förderkulissen.“ Dieses Angebot stehe auch den vielen nichtstaatlichen Museen in kommunaler Trägerschaft offen und werde von diesen intensiv in Anspruch genommen. Und stellt fest: „Insoweit ist der vorliegende Fall, bei dem die Kommune trotz Kontaktaufnahme und Kenntnis über die bestehenden Serviceangebote der Landesstelle keine Beratung oder Unterstützung der Landesstelle gesucht hat, untypisch.“

Das Wissenschaftsministerium würdigt in der Antwort auf die Anfrage Halbleibs ausdrücklich die besondere Bedeutung als einer der „ältesten Stadtmuseen Frankens“.

Der SPD-Landtagsabgeordnete will die mehrheitlich von Stadtrat getroffene Entscheidung nicht politisch bewerten, aber kultur- und regionalpolitisch tue ihm die Schließung „mehr als weh.“ Und für Halbleib, der als Kulturpolitiker sowohl dem zuständigen Ausschuss für Wissenschaft und Kunst wie auch dem Landesdenkmalrat angehört, ist nur schwer nachvollziehbar, „warum man offenbar nicht einmal versucht hat, über das Beratungs- und Förderangebot des Freistaats ein über hundert Jahre bestehendes Stadtmuseum zu erhalten und die sich aus der fachlichen und finanziellen Unterstützung ergebenden Möglichkeiten ernsthaft zu prüfen.“

Und für Halbleib ist die Sache aufgrund der Antwort der Staatsregierung noch nicht erledigt. Denn Landesstelle und Ministerium signalisierten in der Antwort auf die parlamentarische Anfrage nach wie vor Unterstützungsbereitschaft: „Sollte es seitens der Stadt Kitzingen gewünscht sein, bestünde auch jetzt noch die Möglichkeit einer Kontaktaufnahme mit dem Ziel einer umfassenden Beratung zu möglichen Perspektiven des Museums.“

Halbleib fordert die Verantwortlichen der Stadt deshalb auf, dieses Angebot schnell aufzugreifen: „Es sollten jetzt alle Chancen, die in diesem Angebot zum Erhalt des Museums liegen, ernsthaft geprüft werden. Das ist die Stadt Kitzingen ihrer eigenen Geschichte und Kultur eigentlich schuldig.“

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