Halbleib besucht unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Kitzingen

03. November 2016

„Traumatisierten jungen Menschen Stabilität und Sicherheit geben!“

Die beiden SPD-Landtagsabgeordneten Volkmar Halbleib und Doris Rauscher besuchten die Einrichtung für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Kitzingen. Halbleib lud die sozial- und familienpolitische Sprecherin der BayernSPD-Landtagsfraktion dazu ein, um sich über die Arbeit vor Ort zu informieren.

Begrüßt wurden die beiden Abgeordneten vom AWO-Kreisvorsitzenden Gerald Möhrlein. Zusammen mit dem Einrichtungsleiter Alexander Lunau, den beiden Kitzinger SPD-Stadträtinnen Astrid Glos und Elvira Kahnt und dem SPD-Bundestagskandidaten Markus Hümpfer diskutierten sie über die Herausforderungen und Anliegen in der Flüchtlingsarbeit.

Die Einrichtung ist eine von vier Standorten der AWO Unterfranken für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Von den 20 Plätzen in Kitzingen sind derzeit 19 belegt. Davon werden die Hälfte in Teilzeit betreut und die andere Hälfte vollstationär. Das Ziel ist es, den oft traumatisierten Jugendlichen Stabilität und Sicherheit zu geben, wenn Sie hier in Deutschland ankommen. Dadurch erst wird eine weitere therapeutische Behandlung möglich.

Eigentlich würde die AWO ihr Angebot gerne um dieses therapeutische Angebot erweitern und mit der bisherigen Arbeit kombinieren, allerdings bleibt den Betreuern zu wenig Zeit dazu. Der hohe Bürokratieaufwand nimmt dazu zu viel Zeit in Anspruch. Das Ausfüllen von Formularen und Anträgen sorgt dabei nicht nur auf Seiten der Flüchtlinge für Frust, die oft lange warten Unverständnis zeigte der Heimleiter dafür, dass die Jugendlichen aus der Einrichtung müssen, sobald sie 18 Jahre alt werden. Zurück in der Flüchtlingsunterkunft fehlt ihnen die notwendige Betreuung, um sich zurecht finden zu können. Häufig kommen die Jugendlichen deshalb zurück, wenn sie Hilfe bei Anträgen brauchen. Das Problem hier ist, dass die Kosten für die Betreuung anders wie in der Jugendhilfe üblich nicht bis zum 21. Lebensjahr übernommen werden. „Hier müssten die gesetzlichen Rahmenbedingungen an die bereits bestehenden Regelungen für deutsche Staatsbürger angepasst werden. Das wäre nicht nur gerecht, sondern auch sinnvoll!“, so Gerald Möhrlein

Ähnlich ist die Problematik beim Berufseinstieg. Zwar ist die Bereitschaft Flüchtlinge auszubilden bei vielen Unternehmern hoch, allerdings bildet die Schule oft ein Hindernis für die Ausbildung. Die Jugendlichen haben es aufgrund sprachlicher Barrieren schwer mitzuhalten. Deshalb sind ausbildungsbegleitende Maßnahmen, wie zum Beispiel zusätzliche Sprachkurse, dringend erforderlich. „Ausgangspunkt und Ziel muss die Integration sein! Wir dürfen die Flüchtlinge deshalb nicht in der Ausbildung fallen lassen. Das Engagement, das bei der Integration bereits geleistet wird ist Gold wert, aber wir müssen darauf achten, dass alle Beteiligten besser zusammenarbeiten, um diese Herausforderungen zu meistern. Dazu wird es auch nötig sein, dass Behörden, Schulen, Wirtschaft, ehren- und hauptamtliche Betreuer noch stärker zusammenarbeiten als bisher.“, so Halbleib.

Besuch Doris Rauscher UMF Kitzingen
Die SPD-Abgeordneten Volkmar Halbleib und Doris Rauscher (vorne) besuchten unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Kitzingen. Dabei diskutierten sie mit (von links) der Stadträtin Elvira Kahnt, dem SPD-Bundestagskandidaten Markus Hümpfer, der Stadträtin Astrid Glos, dem Einrichtungsleiter Alexander Lunau und dem AWO-Kreisvorsitzenden Gerald Möhrlein (zweiter von rechts).

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