Die Billigung der vorgezogenen Erschließungsmaßnahmen für die Erweiterung der Uniklinik ist gegenüber der bisherigen Entscheidungsblockade ein überfälliger Schritt, der offenkundig nur durch den öffentlichen Druck der letzten Wochen und Monate zustande kam. Anders ist nicht zu erklären, dass die Entscheidung erst in der Nacht vor der Kabinettssitzung gefallen ist und nicht einmal mit einem Satz in der 13-seitigen Pressemitteilung der Staatsregierung erwähnt wurde. Eine verlässliche Projektfreigabe für den gesamten ersten Bauabschnitt von Kopfklinik und Mutter-Kind-Zentrum ist leider nicht erfolgt. Somit steht zu befürchten, dass die bisherige Verzögerungs- und Hinhaltetaktik beim gesamten Bauprojekt trotz der jetzt beschlossenen Vorbereitungsmaßnahmen munter weitergeht.
Das zeigt auch die Erklärung des Wissenschaftsministeriums vom 24. Februar. Demnach ist der Beginn der eigentlichen Baumaßnahme an der Klinik erst für 2029 geplant. Damit wird der bereits von 2030 auf 2036 verschobene Fertigstellungstermin um mehrere Jahre nach hinten gerückt. So war nach dem letzten Terminplan der Beginn des eigentlichen Erweiterungsbaus bereits für das 2. Quartal 2026 vorgesehen. Wenn der Baubeginn jetzt auf das Jahr 2029 verschoben werden soll, ist mit der Fertigstellung erst 2039/2040 zu rechnen.
Das macht nicht nur alles teurer, sondern es entstehen auch massive Zusatzkosten im geschätzt dreistelligen Millionenbereich, um die bisherigen Kliniken so zu ertüchtigen, damit sie bis zur Eröffnung der neuen Klinik technisch durchhalten. Wenn das überhaupt technisch möglich ist. Durch die bisherigen und jetzt bereits angekündigten Verzögerungen riskiert die Staatsregierung eine Versorgungslücke für Kopferkrankungen in Unterfranken.
Die Staatsregierung wird aufgefordert endlich Klarheit beim Zeit- und Finanzierungsplan der Uniklinikerweiterung zu schaffen. Die offenen Fragen sind seit dem Kabinettsbeschluss nicht weniger, sondern mehr geworden.