Auf Waldbesuch im Gramschatzer Wald

22. September 2020

Über die aktuelle Waldsituation in Mainfranken informierte sich der SPD-Landtagsabgeordnete Volkmar Halbleib bei einem Besuch des bayerischen Staatsforstbetriebs Arnstein. Fortbetriebsleiter Christoph Riegert stellte die aktuellen waldbaulichen Projekte im Forstgebiet Gramschatzer Wald und um das Walderlebniszentrum vor.

Im Mittelpunkt des Ortstermins standen die aktuellen Herausforderungen durch Klimawandel und Schädlingsbefall sowie die Frage, ob bei den Staatsforsten Gewinnoptimierung oder der Umwelt- und Klimaschutz an der ersten Stelle stehen. Erst in jüngster Zeit hatte der örtliche Bund Naturschutz kritisiert, dass der Staatsforst zu wenig unbewirtschaftete Naturwaldflächen einrichten.

Beim Waldgang erörterte Halbleib mit den Forstleuten die Notwendigkeit und Grenzen der Ausweisung von Naturwaldgebieten als nutzungsfreie Fläche. Breiten Raum nahm auch die Balance zwischen einer langfristigen naturnahen Waldbewirtschaftung und kurzfristigen Bedarfen beim Rohstoff Holz und den Einnahmen aus dem Holzverkauf ein. Neben den Schäden durch Trockenheit und hohe Temperaturen schilderte Riegert dem Abgeordneten den Umfang der Verbiss-Schäden, die Folgen von Borkenkäfer und Schwammspinner im Wald. Der Forstbetrieb lege bei der Waldbewirtschaftung Wert auf die Kooperation mit externen Experten, mit dem Bund Naturschutz, den Jägern und den Kommunen.

Staatsforsten Arnstein

Bei der Ausweisung weiterer Naturwaldgebiete im Landkreis Würzburg zeigte sich Riegert zurückhaltend, weil die Voraussetzungen eines größeren ungestörten Umgriffs nur schwer darstellbar seien. Das verkündete Naturwaldgebiet im Irtenberger Forst bei Kist könne aber nicht allein die Naturwaldforderungen für die Region Würzburg erfüllen, zumal der der Umgriff des dortigen Naturwaldreservates und die fehlende Einbeziehung der Gemeinden Fragen aufwerfe. Halbleib würde sich auch wünschen, dass bei der weiteren Ausweisung von Naturwaldflächen der Landkreis Main Spessart berücksichtigt werden. Gemeinsam mit seiner Landtagskollegin Martina Fehlner (SPD) will Halbleib dieses Anliegen nach der Sommerpause in den Landtag tragen.

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