Auszubildende kämpfen mit der schlechten Busanbindung

17. Oktober 2019

Im Rahmen der bayerischen Woche zur Aus- und Weiterbildung besuchte SPD-Landtagsabgeordneter Volkmar Halbleib den Ochsenfurter Schlosserei- und Maschinenbaubetrieb KINKELE. Dort erkundigte er sich bei Geschäftsführerin Ursula Kinkele, Ausbildungsleiter Edwin Gernert sowie den neuen Auszubildenden über den aktuellen Ausbildungsstand im Betrieb.

Trotz attraktiver Ausbildungsbedingungen muss auch das erfolgreiche Familienunternehmen von Jahr zu Jahr mehr Anstrengungen unternehmen, um geeigneten Ausbildungsnachwuchs zu werben. KINKELE, so erfuhr Halbleib, investiert gerade in neue Maschinen für die Ausbildungswerkstatt, um Ausbildung auf dem aktuellsten Stand zu gewährleisten, lädt regelmäßig Schulen zur Berufsorientierung ein und besucht zahlreiche Ausbildungsbörsen. Auch der alljährige Ausbildungstag, der am kommenden Samstag (19. Oktober) zum zehnten Mal stattfindet, reiht sich in diese Bemühungen ein.

Besuch Kinkele
Volkmar Halbleib suchte in der Lehrwerkstatt der Ochsenfurter Kinkele das Gespräch mit Auszubildenden und Ausbildern. Dabei konnte sich der Landtagsabgeordnete selbst von der guten Arbeit der Auszubildenden überzeugen (Foto: Erhan Erdogan)

Und trotzdem müsse sich Kinkele um Bewerber bemühen, berichtet Seniorchefin Ursula Kinkele, weil der demografische Wandel, der Fachkräftemangel und die gestiegenen Anforderungen das erforderlich machten. Kinkele hat insgesamt 59 Auszubildende in den Berufssparten Feinwerkmechaniker, Technischer Produktdesigner, Industriekaufleute, Elektroniker und Verfahrensmechaniker. Außerdem bietet Kinkele ein duales Studium mit dem Abschluss Bachalor of Engeniering.

Aber es gibt auch ein konkretes Anliegen, das die Auszubildenden beschäftigt. So ist die Anbindung des Unternehmens an den öffentlichen Nahverkehr eher schlecht, erfuhr Halbleib. Viele Azubis seien eigentlich auf den Bus angewiesen, würden damit allerdings zu spät zum Schichtbeginn kommen. So bleibe nur die Lösung, das Busproblem innerbetrieblich mit Fahrgemeinschaften zu lösen, schildert Ausbildungsleiter Edwin Gernert die Lage. Dieses Problem ist Halbleib auch von anderen Unternehmen bekannt: Der Landtagsabgeordnete fordert daher eine stärkere Berücksichtigung von Auszubildenden und jüngeren Arbeitnehmern bei der Fahrplangestaltung: „Eine Lehre darf nicht daran scheitern, dass Auszubildende nicht von A nach B kommen“.

Ein weiteres konkretes Anliegen für das Unternehmen ist die Stärkung der überbetrieblichen Ausbildung in der Region. „Die muss für unsere Azubis gut erreichbar sein“, forderte Ausbildungsleiter Gernert.

Großes Thema beim Betriebsbesuch war die zu geringe gesellschaftliche Wertschätzung für handwerkliche Berufe, wie Ursula Kinkele und Ausbildungsleiter Edwin Gernert deutlich machten. Hier hofft Halbleib mit Aktionen wie der bayerischen Woche zur Aus- und Weiterbildung den politischen Fokus wieder stärker auf die berufliche Ausbildung in Handwerk und Industrie zu richten.

Sorgen bereitet dem Unternehmen aber auch die weltwirtschaftliche Lage: Der Handelskrieg zwischen USA und China über die Rußland-Sanktionen und den Iran-Konflikt bis hin zum Brexit wie überhaupt die durch die Krisen ausgelöste Investitionszurückhaltung, machen sich in der Auftragslage des Unternehmens bemerkbar, machte Vertriebsleiter Robert Kräme deutlich. Trotzdem zeigen die fast 60 Auszubildenden, dass das Unternehmen auf die Zukunft setze.

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