Bessere Teilhabe am Arbeitsmarkt

13. Juni 2019

Seit Anfang des Jahres 2019 ist das neue Teilhabechancengesetz in Kraft. Mit der Initiative von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil sollen Langzeitarbeitslose durch einen besonders geförderten Arbeitseinstieg wieder eine echte Chance auf einen Arbeitsplatz bekommen. Insgesamt 4 Milliarden Euro hat das Bundesarbeitsministerium hierfür in den nächsten fünf Jahren bereitgestellt. Allein im Jobcenter Würzburg stehen nur für das Jahr 2019 fast eine Million Euro aus dem neuen Programm zusätzlich zur Verfügung. Der SPD-Landtagsabgeordneter Volkmar Halbleib hat sich bei der Würzburger Agentur für Arbeit und dem Jobcenter Würzburg über die Umsetzung der neuen Maßnahme informiert.

Zwar sei der Stand der Arbeitslosigkeit in der Stadt Würzburg mit 3,4% und im Landkreis Würzburg mit 1,8% im April 2019 auf einem historisch sehr geringen Niveau, so Halbleib: „Gleichzeitig bleiben viele in der Arbeitslosigkeit haften. Deswegen dürfen wir Langzeitarbeitslose nicht aufgeben.“.

Deswegen können aus dem neuen Bundesprogramm Unternehmen, wenn sie Langzeitarbeitslose im Alter über 25 Jahren und mit über 6 Jahren ALGII-Bezug in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis einstellen, einen 100%igen Lohnkostenzuschuss erwarten. Für die Stadt Würzburg umfasst diese Gruppe 434 Personen, für den Landkreis Würzburg 183 Personen (Stand Ende 2018). Für Personen mit über zweijähriger Arbeitslosigkeit können Arbeitgeber eine Förderung von bis zu 75% der Lohnkosten erwarten. In der Stadt Würzburg umfasst diese Gruppe 359 Personen, im Landkreis Würzburg 99 Personen (Stand April 2019). In Stadt und Landkreis Würzburg geht es damit um knapp 1.100 Langzeitarbeitslose, die durch die neue Förderung zusätzliche Chancen auf Teilhabe an einem neuen Arbeitsplatz haben könnten, so Halbleibs Analyse.

Begleitet werden diese Maßnahmen durch ein Coaching, in welchem die Arbeitnehmer auf ihrem Weg in ein ungefördertes Beschäftigungsverhältnis oder eine Weiterbildung unterstützt werden sollen. Dies kann nach Vereinbarung auch in den Räumlichkeiten des Betriebs oder am Arbeitsplatz erfolgen, so Halbleib.

Der mainfränkische SPD-Landtagsabgeordnete zeigt sich davon überzeugt, dass dies der richtige Ansatz ist: „Es geht nicht um kurzfristige Maßnahmen, sondern um eine langfristige Einbindung von Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt und eine individuelle Begleitung, um sie danach für den regulären Arbeitsmarkt fit zu machen“.

Um die neuen Maßnahmen umzusetzen, wird das Jobcenter Würzburg eine Koordinationsstelle schaffen. Im Augenblick, so die Rückmeldung der Arbeitsagentur, sind trotz direkter Ansprache und Werbeaktionen für das Projekt, überwiegend die sozialen, kirchlichen und öffentlichen Träger, die die neuen Möglichkeiten nutzen wollen.

Halbleib ermutigt daher auch Unternehmer aus der freien Wirtschaft, sich offener für das Projekt zu zeigen: „Der Fachkräftemangel macht es notwendig, dass wir jedes mögliche Potenzial ausnutzen müssen. Daher müssen wir auch versuchen Langzeitarbeitslose wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren und ihnen das notwendige Wissen mitzugeben“.

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