Endlich klotzen statt kleckern! - Schwimmbadförderung lange überfällig

18. Juli 2019

Seit zehn Jahren setze ich mich für eine deutlich verbesserte Förderung kommunaler Schwimmbäder ein. Deshalb begrüße ich es sehr, dass Bayerns Bauminister Hans Reichhart am Mittwoch (17. Juli) den Startschuss für das neue Sonderprogramm Schwimmbadförderung gegeben hat. Aber: Die Fördersumme für Bayern ist viel zu gering, um allein in Unterfranken die notwendigen Schwimmbad-Sanierungen bei den Kommunen zu stemmen.

Deswegen kann und muss das jetzt von der Staatsregierung vorgestellte Förderprogramm nur ein erster Schritt gesehen werden. Wir dürfen dem Schwimmbadsterben und der immer weiter steigenden Zahl von Kindern, die nicht schwimmen können, nicht länger tatenlos zuschauen.

120 Millionen sind viel zu wenig

Mit dem Sonderprogramm Schwimmbadförderung unterstützt der Freistaat bayerische Kommunen bei der Sanierung ihrer Bäder. 120 Millionen Euro stellt er dafür ab sofort und in den kommenden sechs Jahren zur Verfügung.

Das früher gültige, allgemeine finanzielle Förderprogramm für Schwimmbäder hatte der Freistaat Bayern 2009 gestrichen. Seitdem wurden nur noch Schulschwimmbäder unterstützt, vorausgesetzt sie erfüllten die strengen Fördervoraussetzungen. Schon vor zwei Jahren waren in Unterfranken von 133 Bädern 55 sanierungsbedürftig sowie acht unmittelbar von der Schließung bedroht. Ein gutes Drittel der Kinder unter zehn Jahren konnte damals nicht sicher schwimmen. Auch deshalb plädierte ich dringend dafür, das frühere Förderprogramm wiederzubeleben. Ebenso deutlich sprach ich mich dafür aus, den Eigenanteil von Kommunen an der Schwimmbadsanierung deutlich zu senken. Leider wurde eine Vielzahl der im Landtag hierzu eingebrachte SPD-Haushaltsanträge abgelehnt.

Die Lage hat sich zugespitzt

So hat sich die schwierige Lage für die kommunalen Schwimmbäder weiter zugespitzt. Die prognostizierten Sanierungskosten für die akut von der Schließung bedrohten Bäder in Bayern beliefen sich vor einem Jahr schon auf über 150 Millionen Euro. Deswegen können 120 Millionen Euro, auch noch verteilt auf sechs Jahre, hier allenfalls ein allererster Schritt sein. Hier müssen wir endlich klotzen statt kleckern, damit die Schwimmbad-Infrastruktur in Unterfranken endlich wieder in Ordnung gebracht wird.

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