Künstliche Intelligenz (KI) und Digitalisierung: Welche Fehler Bayerns Staatsregierung macht

Volkmar Halbleib

02. Juli 2019

Leider wiederholt die Staatsregierung bei der Schwerpunktsetzung in den Bereichen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz frühere Fehler. Die geförderten außeruniversitären Forschungseinrichtungen sind viel zu stark in einer Region Bayerns konzentriert - und ein konzeptioneller roter Faden fehlt.

Auch jetzt liegt der Investitionsschwerpunkt wieder einmal viel zu sehr im Bereich München und Umgebung. Einzelne Projekte und Professorenstellen in den Wissenschaftsregionen wie Würzburg und Schweinfurt können darüber nicht hinwegtäuschen. Auch beim Thema KI (Künstliche Intelligenz) wird die Chance vertan, die gewaltige regionale Schieflage bei der Wissenschafts- und Forschungsinfrastruktur in Bayern endlich zu korrigieren.

Hinzu kommt: Die konkreten Stellen und Mittel für KI-Projekte in Würzburg halten mit den vollmundigen Ankündigungen der Staatsregierung nicht Schritt. So werden für das KI-Projekt an der Uni Würzburg zunächst deutlich weniger Professorenstellen genehmigt als versprochen. Das macht es für die Projekte schwer, die notwendige Dynamik zu entwickeln. Denn sie haben damit obendrein einen Wettbewerbsnachteil beim Ringen um Projektmittel aus dem Bund und Europa.

Überhaupt ist es schwer bei der Vielzahl von Programmen und Initiativen der Staatsregierung festzustellen, wie gerade der aktuelle Stand ist. Ich habe deshalb bereits im Februar im Hochschulausschuss gefordert, dass der Landtag alle sechs Monate einen Bericht bekommt, welche angekündigte Maßnahme wo konkret wie umgesetzt ist und wo nichts oder wenig passiert ist. Derzeit ist bei den KI-Aktivitäten bayernweit ein konzeptioneller roter Faden und ein klarer überprüfbarer Maßnahmenkatalog nicht vorhanden.

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