Machbarkeitsstudie als erster Schritt zu einem barrierefreien Bahnhof Ochsenfurt

06. Juni 2019

Auf Initiative des Ochsenfurter Landtagsabgeordneten Volkmar Halbleib hat die Stadt Ochsenfurt Vertreter von Deutscher Bahn und der regionalen Politik zu einem Runden Tisch eingeladen, um Lösungen zur barrierefreien Gestaltung des Ochsenfurter Bahnhofs zu finden.

Bürgermeister Peter Juks begrüßte „den großen Bahnhof“ im Sitzungssaal des Ochsenfurter Rathauses. Gekommen waren neben Halbleib unter anderem Landrat Eberhard Nuß, Halbleibs Landtagskollegen Manfred Ländner und Kerstin Celina, der stellvertretender Landrat Ernst Joßberger als Behindertenbeauftragter des Landkreises Würzburg sowie Matthias Kunad als Behindertenbeauftragter der Stadt Ochsenfurt und Vertreter der Stadtratsfraktionen. Die zuständige DB Service & Station AG wurde durch ihren Leiter Bayern Herbert Kölbl und den Regionalbeauftragten Elmar Hirsch vertreten.

Barrierefreier Bahnhof Ochsenfurt
Bildunterschrift, von links nach rechts: DB Station & Service Regionalbeauftragter Elmar Hirsch, Ochsenfurter Bürgermeister Peter Juks, Stadträtin Britta Huber, Landtagsabgeordnete Kerstin Celina, DB Station & Service Leiter Bayern Herbert Kölbl, Verwaltungsleiter Wolfgang Duscher, Landtagsabgeordneter Volkmar Halbleib, Stadtbaumeister Jens Pauluhn (Foto: Thorsten Reppert)

Dabei machten Halbleib und Juks gleich zu Beginn deutlich: „Da ist ein sehr dickes Brett zu bohren und es wird Jahre bis zur Realisierung dauern“, um gleich anzuschließen: „Aber mit diesem Runden Tisch ist ein erster Schritt gemacht!“ Denn einig war sich die hochkarätige Runde über die Notwendigkeit, dass die Barrierefreiheit am Ochsenfurter Bahnhof ein wichtiges Ziel ist. So sei dies nicht nur eine Frage für Senioren und Menschen mit Behinderung, sondern auch für Familien mit Kinderwägen und Fahrgäste, die mit dem Rad verreisen wollen. Erfreulich war die Zusage der Bahnverantwortlichen, die verschiedenen Varianten mit ihre Vor- und Nachteilen, Kosten und technischen Realisierungsmöglichkeiten im Rahme einer kleinen Machbarkeitsstudie zusammenzustellen, die Grundlage für die Fortsetzung der Runden Tisches in zweiten Jahreshälfte 2019 sein sollen.

Im Anschluss an das zweistündige Gespräch im Ochsenfurter Rathaus wurden beim Vor-Ort-Termin am Ochsenfurter Bahnhof die Schwierigkeiten für die Realisierung der Barrierefreiheit deutlich. Der Ochsenfurter Hauptbahnsteig an den Gleisen 2 und 3 ist zu schmal, um einen Aufzug zu installieren. Die deswegen erforderliche Verlegung der Gleise, um den Bahnsteig zu verbreitern, wäre nicht nur sehr teuer, sondern auch bei der aktuellen Auslastung des Bahnhofs nicht realisierbar, so die Bahnverantwortlichen. Am wahrscheinlichsten erscheint der Ersatz der Treppe durch eine Rampenlösung, waren sich Vertreter von Bahn und Politik einig. Da eine Rampe durch die entsprechend geringe Steigung über 100 Meter länger werde als die bestehende Treppe, müsste der Zughalt weiter in Richtung Osten verlegt werden. Ob der Bahnsteig dafür verlängert werden muss, soll die Bahn, so das Ergebnis, bis zum nächsten gemeinsamen Termin prüfen.

Der barrierefreie Zugang zum Bahnuntergang von Norden müsste möglicherweise ebenfalls überarbeitet werden. Für den Zugang von Altstadtseite will man eine Aufzugslösung in die Bahnunterführung prüfen. Den Bahnsteig 1 direkt am Bahnhofsgebäude wird als Ausweichhaltestelle auch weiterhin benötigt, müsste in der Höhe angepasst werden, um barrierefreies Reisen zu ermöglichen. Neben der Barrierefreiheit war auch die Ausstattung des Bahnhofes Thema. Insbesondere ging es um Sitzgelegenheiten für wartende Fahrgäste und Zugänglichkeit der Fahrkartenautomaten und Informationstafeln. Hier seien zwar bereits einige Verbesserungen in den vergangenen Jahren gemacht worden, jedoch wolle man kurzfristig weitere Lösungen finden. Bei der Schaffung und Modernisierung von Fahrradabstellplätzen wiesen die Bahnvertreter auf ein frisch aufgelegtes Förderprogramm hin.

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