Mainfrankenbahn zu 15 Prozent witterungsbedingt verspätet – Zweitschlechtester Platz in Bayern

01. März 2021

15 Prozent aller Verspätungen der Mainfrankenbahn lassen sich im Februar 2021 auf die Witterungsbedingungen zurückführen. Das hat eine Anfrage der SPD-Landtagsfraktion an die Staatsregierung ergeben, initiiert vom mainfränkischen Abgeordneten Volkmar Halbleib. Die Mainfrankenbahn war damit die witterungsanfälligste Bahnstrecke in Franken und steht auch bayernweit auf Platz zwei hinter der Werdenfelsbahn bei Garmisch-Patenkirchen.

Auch für andere Schienenstrecken in der Bahnregion Franken sind im Februar 2021 Höchstwerte zu verzeichnen. 11,4 Prozent aller Verspätungen des Main-Saale-Express, 10,2 Prozent derjenigen des Franken-Thüringen-Express und 9 Prozent aller Verspätungen des Main-Spessart-Express gehen auf Wetterfolgen zurück. Alle drei liegen damit über dem bayernweiten Schnitt von 7,6 Prozent. Lediglich der Kissinger Stern (6,9 Prozent) und die Mittelfrankenbahn (4,5 Prozent) schneiden besser ab.

Die Verantwortung sieht das Bayerische Verkehrsministerium und die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) in der Antwort auf Halbleibs Anfrage beim Bundesinfrastrukturbetreiber, also der Deutschen Bahn (DB Netz). Die Bahn sei dafür zuständig, Bahngleise und Bahnhöfe betriebsbereit zu halten. So seien laut Verkehrsministerium die verspäteten Züge und Zugausfälle auf „mangelnde Befahrbarkeit verschiedener Streckenabschnitte“ und „unzureichende Räumung“ der Bahnhöfe zurückzuführen. „Schlechtleistungen“ beauftragter Firmen hätten das Problem zusätzlich verschärft.

Halbleib wünscht sich, dass das bayerische Verkehrsministerium nicht nur Schuldzuweisungen an andere macht, sondern erwartet, „dass Verkehrsministerin Kerstin Schreyer, gemeinsam mit der Bayerischen Eisenbahngesellschaft und der Bahn, bessere Lösungen für Bahnfahrer und insbesondere Berufspendler schafft, damit Fahrgäste auch bei Schnee und Glatteis ein sicheres und zuverlässiges Zugangebot haben. Das ist gerade für Mainfranken wichtig, wie die Zahlen zeigen“, so der SPD-Abgeordnete.

Denn es helfe nicht, die winterbedingten Zugausfälle und -verspätungen nebenbei als „nicht akzeptabel“ zu bezeichnen. „Jetzt gilt es die Lehren aus dem Winter 2021 zu ziehen, damit die gleichen Fehler in zukünftigen Winterperioden verhindert werden können“, fordert Halbleib abschließend.

Anfrage + Antwort des Verkehrsministerium (PDF, 1,23 MB)

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