Von der schwierigen Situation der Künstler und den Vorteilen eines Staatstheaters

08. April 2019

Der aktuelle Stand der Sanierungsarbeiten beim Mainfranken Theater, die derzeitigen Betriebskosten, die Situation der Künstler und die mögliche Umwandlung zum Staatstheater, das waren die wichtigsten Themen bei einem Informationsbesuch des Würzburger Landtagsabgeordneten Volkmar Halbleib (SPD) beim Intendanten des Mainfranken Theaters, Markus Trabusch. Gemeinsam mit seinem SPD-Kollegen aus dem Ausschuss Kunst und Wissenschaft des Landtags, Christian Flisek (Passau), und den SPD-Stadträten Alexander Kolbow, Hans-Werner Löw und Udo Feldinger informierte sich der Abgeordnete auch über das im vergangenen Jahr vereinbarte Semesterticket Mainfranken Theater.

Durch das Semesterticket Mainfranken Theater, berichtete Trabusch, habe sich die Zahl der studentischen Besucher bisher nahezu verdoppelt. Für ihn sei das zum einen die Bestätigung, dass es Zuschauersegmente gebe, in denen die Entscheidung für oder gegen einen Theaterbesuch vom Geldbeutel abhänge. Im Theater sollten sich aber alle gesellschaftlichen Gruppen treffen. Nur so könne das Theater ein zentraler Ort der Stadtgesellschaft für den Diskurs und den Austausch sein. Auch deshalb müsse man es möglichst vielen Menschen ermöglichen, dieses Angebot und die damit verbundene Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Entwicklungen annehmen zu können. Insofern setze er sich dafür ein, verschiedene Ticketarten und Produktionen für unterschiedliches Publikum anzubieten.

Bild Mainfrankentheater
Diskutierten über die Zukunft des Mainfranken Theaters (von links): Markus Trabusch, Alexander Kolbow, Volkmar Halbleib, Udo Feldinger und Christian Flisek. Foto: Traudl Baumeister

Insgesamt, erfuhren die SPD-Politiker, hat das Mainfranken Theater zirka 250 Angestellte sowie etwa 30 Gastverträge im Jahr. Dabei gestaltet sich die Situation für die Bühnenkünstler, gerade im Vergleich zu anderen Berufsgruppen am Theater, mit oftmals nicht mehr als 2200 Euro Bruttomonatslohn und stets befristeten Verträgen durchaus schwierig. Die Arbeitsbedingungen vieler hochqualifizierter Künstler lassen sich nur mit einem Wort beschreiben, so das Resümee von Halbleib und seiner Delegation: prekär!

Verschärft wird die schwierige Situation noch durch die seit Jahren gleich gebliebene Deckelung des Zuschusses vom Freistaat Bayern bei 5,5 Millionen Euro. Trotz des kommunalen Beitrags zum Mainfranken Theater in Höhe von derzeit 9,8 Millionen Euro reicht die zur Verfügung stehende Summe nicht, um Lohn- und sonstige Kostensteigerungen vollständig aufzufangen oder die Mindestgage anzuheben, wie das beispielsweise die Stadt Heilbronn getan hat. „Deswegen“, so Halbleib, „brauchen wir eine stärkere Finanzierung durch den Freistaat, am besten durch die Schaffung eines Staatstheaters in Würzburg.“

Den Vorteil einer solchen Umwandlung zum Staatstheater sahen die Gesprächspartner darin, dass dann Kommune und Staat tarifliche Steigerungen zu gleichen Teilen schultern würden. Neben der finanziellen Zusage, Lohnkostensteigerungen automatisch finanziell abzufedern, sei auch die Rückkehr zu einer etwas höheren Zahl an Stellen unabdingbar, um künftig nicht Aufführungsmöglichkeiten am fehlenden Personal scheitern zu lassen, so die Einschätzung des Intendanten.

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