Zukunftslösungen für den Wein- und Gartenbau in Zeiten des Klimawandels

17. März 2021

MdL Volkmar Halbleib macht digitalen Antrittsbesuch beim neuen LWG-Präsidenten Andreas Maier

Andreas Maier ist als neuer Präsident der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim in der Nachfolge von Dr. Hermann Kolesch seit letztem Sommer im Amt, über die aktuellen Herausforderungen für den neuen LWG-Präsidenten informierte sich der SPD-Landtagsabgeordnete Volkmar Halbleib bei einem digitalen Antrittsbesuch in einer Videokonferenz.

In ihrer Forschung konzentriert sich die LWG auf Anpassungsstrategien der Region an den Klimawandel und der aus dem Klimawandel resultierenden Wasserknappheit in Unterfranken. Somit unterstützt sie Landwirte, Gärtner und Winzer dabei, sich auf die neue Herausforderung einstellen zu können. „Dieser Aufgabe werden wir nur durch innovative Lösungen, wie sie in Veitshöchheim entwickelt werden, gewachsen sein“, zeigt sich Halbleib nach dem Gespräch überzeugt.

Der Anbau von Gemüse ist in Mainfranken immer wieder Thema kontroverser Diskussionen und war ein Schwerpunkt zwischen Halbleib und Maier. Vor allem der hohe Wasserverbrauch auf den Feldern wird zunehmend ein Problem. „Heißere Sommer, weniger Niederschläge und absinkende Grundwasserspiegel stellen nicht nur die regionalen Gemüseanbauer vor große Herausforderungen, sondern auch die Grund- und Trinkwasserspeicher“, so Halbleib.

„Beim Gemüseanbau lohnt der Vergleich mit dem Knoblauchsland in Mittelfranken. Dort entstehen immer mehr Unterglas-Betriebe, die den Feldanbau abgelöst haben. Das bringt bis zu 90 Prozent Ersparnis beim Wasserverbrauch“, erläutert Maier. Es können jedoch nicht alle Feldkulturen unter Glas erzeugt werden. Zudem seien neue Techniken eine große Chance. „Mechanisierung, Automatisierung und Digitalisierung bringen hier eine kleine Revolution, die auch den Arbeitsschutz und die Arbeitsbedingungen in den Bertrieben verbessert“.

Auch in den Weinbergen, Wäldern und Städten der Region brauche es innovative Lösungen der Bewässerung. Neben Weinbau und Gemüseanbau darf man nach Maiers Überzeugung bei der Wasserbereitstellung den Bedarf der Städte für die Erhaltung des Stadtgrüns nicht vergessen.

Hauptschwerpunkt der Landesanstalt bleibt neben der Forschung die Aus-, Fort- und Weiterbildung von Winzern sowie Garten- und Landschaftsbauern. An der Staatlichen Meister- und Technikerschule gehen die Anmeldezahlen im Bereich des Produktionsgartenbaus zurück. Auch im Bereich Weinbau sind die Anmeldezahlen leicht rückläufig. „Mittlerweile wählen viele junge Leute den Weg über die Hochschulen“, erklärt Maier. Gerade im öffentlichen Dienst seien die Unterschiede bei der Bezahlung zwischen Bachelor und Techniker nach wie vor groß. „Außerdem gibt es im Produktionsgartenbau auch immer weniger Betriebe“, so Maier. Künftig will die LWG sich noch besser auf die Bedürfnisse ihrer Zielgruppen einstellen. Durch modularen Unterricht sollen die unterschiedlichen Fachrichtungen noch besser vernetzt und mittels in Corona-Zeiten erprobtem E-Learning auch die Voraussetzungen für ein lebens- und berufsbegleitendes Lernangebot verbessert werden. Darüber hinaus sollen Kooperationen mit der Fachschule für Gartenbau in Landshut sowie mit Hochschulen neue Wege der Ausbildung für Veitshöchheim aufzeigen.

Um die vielfältigen Aufgaben der Landesanstalt auch in Zukunft stemmen zu können, sind auf dem Gelände in Veitshöchheim auch Baumaßnahmen im Gange. So ist der Bau eins neuen Gebäudes für den Obstbau bereits abgeschlossen und eine Einweihung für den Sommer 2021 geplant. Für den Weinbauversuchsbetrieb wird als neuer Standort das Gelände am Stutel in Thüngersheim entwickelt. Und der Baubeginn des Neubaus für das Institut für Bienenkunde und Imkerei ist im 4. Quartal 2021 geplant. Halbleib sagt auch weiterhin seine politische Unterstützung bei der Entwicklung der LWG zu.

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